Pavla Sceranková, Vladimír Houdek
Alone in Space
tichyocean
23.9.–20.11.2026
Eröffnung am 23.9.2026, 18 Uhr
Die Doppelausstellung der Bildhauerin Pavla Sceranková und des Malers Vladimír Houdek bringt Arbeiten zusammen, die das Spannungsverhältnis zwischen Struktur und Fragilität, dem Persönlichen und dem Universellen, dem Individuellen und dem Relationalen ausloten.
Der Weltraum und die menschlichen Möglichkeiten, ihn zu erforschen und zu verstehen, spielen seit Langem eine zentrale Rolle in Scerankovás künstlerischer Praxis. Statt sich dem Kosmos jedoch über ferne oder abstrakte Konzepte zu nähern, begreift sie ihn häufig durch das Alltägliche: Gebrauchsgegenstände, zerbrochen und neu zusammengesetzt, werden zu einem Zugang zu größeren Prinzipien, die Körper, Materie und ihre Beziehungen zueinander bestimmen. In Small Galaxy Collision wird eine zerbrochene Teekanne Teil eines kinetischen Systems, in dem ihre Fragmente immer wieder für einen flüchtigen Moment zu einem Himmelsphänomen zusammenfinden, nur um sich gleich darauf wieder voneinander zu lösen und auf ihren eigenen Umlaufbahnen weiterzukreisen. An anderer Stelle scheinen Figuren von Tänzerinnen am Rand von Raum und Zeit zu agieren: Sie schweben oder setzen auf andere Weise die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft.
In seinen jüngsten Gemälden setzt Vladimír Houdek eine einsame Figur mit abstrahiertem Kopf vor einen scheinbar unendlichen Hintergrund: einen Menschen im Anzug, allein schwebend in einem weiten Farbfeld. Seine geometrischen Arbeiten nähern sich ähnlichen Fragen über scheinbar universelle Systeme. Kreise vervielfachen und überlagern sich, verbinden sich mit ihren Gegenstücken und lösen sich wieder von ihnen – nach räumlichen Prinzipien, die über die Regeln der euklidischen Geometrie hinauszugehen scheinen. Seine Collagen und Mixed-Media-Arbeiten bringen überraschend taktile und ritualistische Elemente ins Spiel: Masken und fragmentierte Körper durchbrechen die geometrischen Regeln, nur um sich erneut einer Ordnung zu unterwerfen, an deren Entstehung sie vielleicht selbst beteiligt waren.
Alone in Space kreist um ein Paradox: Obwohl wir einen unermesslichen Raum bewohnen, der von zahllosen Beziehungen, Kräften und Prinzipien strukturiert wird, bleiben bestimmte Dimensionen unserer Erfahrung untrennbar an uns selbst gebunden. Allein zu sein bedeutet hier nicht zwangsläufig, einsam zu sein. Vielmehr verweist es auf die grundsätzliche Nicht-Übertragbarkeit individueller Erfahrung. Wir können miteinander tanzen, uns umeinander bewegen und für einen kurzen Moment dieselbe Umlaufbahn teilen – doch was unser tanzender Körper tatsächlich empfindet, bleibt allein unser Eigenes.
Pavla Sceranková (*1980 in Košice, Slowakei) ist eine renommierte zeitgenössische Bildhauerin, bildende Künstlerin und Pädagogin mit Lebensmittelpunkt in Prag. Gemeinsam mit Dušan Zahoranský leitet sie das Studio Intermedia 2 an der Akademie der Bildenden Künste Prag (AVU). Sceranková studierte an der AVU, wo sie 2011 ihr Doktoratsstudium in Freier Kunst abschloss und sich 2021 habilitierte. Zu ihren internationalen Stipendien und Residenzen zählen die UdK Berlin, Gray’s School of Art in Aberdeen, die Coopérative Méduse in Québec und das Visegrad Artist Residency Program in Budapest. Sie war zweimal Finalistin des Jindřich-Chalupecký-Preises (2007, 2015) und erhielt den Václav-Chad-Preis (2009) sowie den Cyprián-Preis (2007). Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Astrup Fearnley Museet in Oslo, in der Nationalgalerie Prag, im Ludwig Museum Budapest, in der Galerie Rudolfinum und der Prague City Gallery sowie in der Mährischen Galerie in Brno präsentiert. Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen der Nationalgalerie Prag, der Slowakischen Nationalgalerie und der Prague City Gallery sowie in europäischen Privatsammlungen. Darüber hinaus realisierte sie mehrere permanente Arbeiten im öffentlichen Raum.
Vladimír Houdek (*1984 in Nové Město na Moravě, Tschechische Republik) zählt zu den führenden tschechischen Malern und bildenden Künstlern seiner Generation und lebt und arbeitet in Prag. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste Prag (AVU) im Malereiatelier von Vladimír Skrepl und lehrte später an der Fakultät für Bildende Künste in Brno (FaVU). Houdek erhielt 2012 den Jindřich-Chalupecký-Preis und 2010 den Preis der Kunstkritik für junge Malerei. Einzelausstellungen seiner Arbeiten waren unter anderem in der Nationalgalerie Prag, im Museum Kampa in Prag, im Kunstpalais Erlangen, im Mönchehaus Museum Goslar, in der Overbeck-Gesellschaft Lübeck, in der Galerie Krinzinger in Wien sowie in der Galerie Kai Erdmann in Berlin und Hamburg zu sehen. Darüber hinaus wurden seine Arbeiten im Ludwig Forum Aachen, in der Kunsthalle Darmstadt, im Ludwig Museum Budapest, in der Kunsthalle im Lipsiusbau in Dresden und im Museum of Fine Arts – Hungarian National Gallery in Budapest präsentiert. Seine Werke sind in bedeutenden institutionellen und privaten Sammlungen in Europa und den USA vertreten, darunter die Nationalgalerie Prag, die Prague City Gallery, das Museum Kampa, das Museum of Fine Arts Budapest, das Kunstpalais Erlangen, die Art Collection Telekom, die Sammlung Schürmann, die Olbricht Collection, die Barbara and Aaron Levine Collection sowie die Kunsthalle Praha.